
Die Burg Lißberg wurde Ende des 12. – Anfang des 13. Jahrhunderts auf dem Basaltberg des heute gleichnamigen Ortes Lißberg erbaut. Vermutlich wurde die Burg auf einer, schon vor weit über 2000 Jahren besiedelten, Ringwallanlage der Kelten errichtet. Die Burg wird im Jahr 1222 zum ersten Mal unter der Bezeichnung „Liebesberc“ urkundlich erwähnt. Der Name Lißberg kommt im Mittelalter in den verschiedensten Schreibweisen vor.
1222 Liebesberc, 1223 Libsperg, 1233 Liebesbere, 1234 Livesberg, 1288 Lysperg, 1290 Libesperg, 1300 Lybesborg und im 14. Jahrhundert wechselt der Name von Liebesberg über Libis-, Lyess-, Lies- bis zum heutigen Lißberg. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, nicht das man bei dem Namen “Liebesberg“ eine falsche Vorstellung von dem Berg erhält, dass die Ableitung des Wortes “lieb“ von dem althochdeutschen Wort liup, liub, liob, liab hin zu lieb, her stammt und mit den Synonymen wie angenehm, ansprechend gedeutet werden kann.
Die edelfreien Herren von Lißberg und Erbauer der Burg, gehörten zweifelsfrei zum damaligen höchsten Adel, traten aber erstaunlicher Weise erst sehr spät mit dem Jahr 1222, urkundlich in Erscheinung. Die Herkunft der Herren zu Lißberg ist leider nicht eindeutig geklärt, aber sie stammen vermutlich von einer anderen, bekannteren Familie ab. Fernab der Burg und bis heute fast gänzlich unbemerkt, ging Hartman von Lißberg in die Geschichte ein. Hartman von Lißberg gehörte zu den 24 Gründungsvätern des weltberühmten Kölner Doms, denn Bauherr des Kölner Doms war das Domkapitel und Hartman von Lißberg war eines der 24 Mitglieder des Domkapitels, dass 1248 einstimmig den Bau des Doms beschlossen und begonnen hatte. Er findet sich leider in keinem der Stammbäume der Herren von Lißberg wieder, aber seine Abstammung steht außer Zweifel, denn an einer seiner ersten Urkunden hängt das große ovale Dynasten - Siegel mit dem Löwen der Herren von Lißberg. Vermutlich gehörte er zur ersten Generation der Lißberger, die dann aus vier Brüdern (Werner, Heinrich und Berthold) bestanden haben müssen. Bereits 1396 starb das Geschlecht der Herren von Lißberg, durch Friedrich von Lißberg aus. Sein Vetter Johann von Rodenstein übernahm die Burganlage samt Gemarkung und erhielt den Titel "von Rodenstein und Lißberg". 1415 erobern die Grafen von Ziegelhain die Burg Lißberg und verkaufen sie drei Jahre später an die Landgrafen von Hessen weiter. 1455 gehören Burg, Amt und Umgebung den Landgrafen von Hessen. In den folgenden zweieinhalb Jahrhunderten wird die Anlage mehrmals verpfändet. 1604 fällt Lißberg an die Grafschaft Hessen-Darmstadt, erhält noch im selben Jahr den Stadt Titel und ein Jahr später das Recht, zwei Mal im Jahr einen Markt abzuhalten. 1618 wird die evangelische Kirche des Ortes gebaut. 1620 werden die Kirche und der Ort ein erstes Mal durch die Braunschweiger Truppen gebrandschatzt und geplündert. Im Jahr 1629 zieht die Pest ein und raffte 32 Personen hin. 1634 plündern und brandschatzen die kaiserlichen Soldaten ein zweites Mal das Städtchen und auch die Pest kehrt 1635 nochmals zurück – 142 Bürger starben am “Schwarzen Tod“. 1796 wurde Lißberg fast völlig durch die Truppen Napoleons zerstört. Am 7. September kamen 9 Offiziere nach Lißberg und begehrten für ca. eintausend Soldaten Quartier. Nachdem man dies nicht gewährte, brannten die Soldaten tags darauf das ganze Dorf nieder. Bis auf ein einziges Häuschen – über das man sich heute noch eine Sage erzählt - das sogenannte “Franzosen Häuschen“, das aber leider 1951 abgerissen werden musste und nur noch ein Gedenkstein an die damaligen Ereignisse erinnert. Aber es gibt noch viele weitere Sagen und Legenden in Lißberg, wie zum Beispiel die, dass in einem unterirdischen Gang der Lißberger Burganlage, ein Schatz aufbewahrt werden sein soll. Die vielen unterirdischen Keller in Lißberg könnten ein Indiz dafür sein, dass vielleicht ein Funken Wahrheit in dieser Sage steckt, aber der Teufel soll mit seinem Schwanz den Eingang zum Versteck bedeckt halten…
Im 17. Jahrhundert tauchten erstmals die Ursprünge des noch heute, zwar in veränderter Form, vorhandenen Wappens auf. Der Stern wird auf die späteren Herren der Stadt, der Grafen von Nidda und Ziegenhain, auch die Sterngrafen genannt, zurückgeführt. Über das Kreuz ist leider nichts bekannt. Das heutige Wappen von Lißberg wurde 1964 eingeführt und vereint Elemente aus dem Wappen der Herren zu Lißberg (13. Jahrhundert) und dem “SIGILLUM von LISBURGK 1636“ (17. Jahrhundert).
Das Erste Wappen der Herren zu Liebesberg.
Das Wappen von Friedrich zu Lisberg.
Das Wappen um 1500 - 1700.
Das heutige Wappen.
Dieser Kupferstich stammt von Daniel Meissner, um 1600, und wurde 1623 und Folgejahren im “Thesaurus Philo-Politicus - Politisches Schatzkästlein”, 1624 in "Münchters Städtebüchlein" und 1638 in der "Sciographia Cosmica" abgedruckt.


Mittelaltermarkt
18. & 19. August 2012
Mittelalterliches Leben mit Gauklern, Schwertkämpfern, Tänzern, Musik und wieder mit einem großen Kinderprogramm.
Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise...
...und erleben Sie das "Krautfaß" im Wandel der Zeit. Seien Sie dabei,
wenn wir im Jahr 2012 das Thema
'Bonifatius'
behandeln werden. Die Geschichte Lißberg's und ihrer Region, bietet eine Vielzahl von historischen Ereignissen,
die wir im Stile der
mittelalterlichen Märkte,
näher bringen möchten.